Pfingst-Roadtrip nach Dänemark
Von Nørre Vorupør in die Jammerbucht und wieder zurück nach Cold Hawaii
Über das verlängerte Pfingstwochenende hatte ich Zeit für eine Reise nach Dänemark. Alles sah nach ein paar Tagen zum Wingfoilen und Windsurfen zwischen Klitmøller und Hanstholm aus.
Aber je näher das Wochenende kam, desto weiter verschob sich die gute Vorhersage auf den Wochenanfang. Kein Problem, denn ich hatte ich bis einschließlich Mittwoch Zeit.
Samstagmorgens ging es los und Nørre Vorupør war das Ziel. Auf der Anreise wehte es bereits ordentlich am Oddesund, allerdings gepaart mit ungemütlichem Regenwetter.
Auf der Weiterfahrt nach Nørre Vorupør fiel die Thermometeranzeige kontinuierlich, von 20°C im Landesinneren auf 13 Grad beim Einparken hinter den Dünen in Nørre.
Der Blick aufs Meer war ernüchternd. Flach wie ein Ententeich und leichter schrägablandiger Wind. Die Wetter-Apps zeigten kaum eine Verbesserung im Tagesverlauf – aber auch, dass ein deutlich stärkeres Windfeld weiter nordöstlich durch die Jammerbucht zog. Dort kannte ich schon einige Spots von vorherigen Touren, also wurde die Weiterfahrt eingeloggt.
Ab Hanstholm kam die Sonne raus und am Spot Fakir hätte es zum Wingen gereicht - allerdings bei schrägablandigem Wind und ohne Wellen. Keine Frage, weiter ging die Reise in die Jammerbucht. Svinkløv war das Ziel, der Küstenverlauf dort macht einen Knick nach Norden und kann so Westwind gut einfangen.
Auch landschaftlich ist die Region der Hammer, auf einer Anhöhe liegt ein riesiger Dünenwald samt Campingplatz direkt hinter dem Strand.
Sonne, 19°C, leichte Dünung und Wind für meinen 4.0er Wing, das 50-Liter-Board, darunter ein Indiana Dolphin 720 cm2 Foil - der Tag war gerettet. Nach einer richtig guten Session ging es auf den Campingplatz (svinkloevcamping.dk, 175 Dänische Kronen/Nacht).
Am nächsten Morgen war es wieder windig, etwas auflandiger, aber wieder gepaart mit Sonne. Auch an diesem Tag war ich der einzige Wassersportler an diesem Spot. So kennt man die Jammerbucht, bei vielen Surfern ein weißer Fleck auf der Landkarte.
An diesem Spot muss man nur die Sandbänke beachten, über denen das Wasser je nach Gezeitenstand zu flach werden kann. Wingen mit 4.0 war angesagt, bei dieser Session mit einem SABFoil Balz Pro 792 cm2 unterm Heck.
Beim anschließenden Wetter-Check sah es für den folgenden Montag nach Wind in der Bucht vor Klitmøller aus. Also orientierte sich meine Reiseroute zurück in Richtung Westen.
Ein Zwischenstopp am Bulbjerg musste aber sein. Dieser 47-Meter-hohe Felsblock bildet eine imposante Kulisse an der Küstenlinie, die wollte ich beim Wingen vom Wasser aus einfangen. Der Einstieg am Parkplatz ist steinig und auch dort befindet sich eine vorgelagerte Sandbank.
Direkt vor den Bulbjerg ragen die Reste einer Felsspitze aus dem Wasser und der Bereich nach Osten sah eher nach einem flachen Riff aus. Also eher weiter draußen foilen, wenn man diesen Spot mal ausprobieren möchte.
Auch dort war ich neben einigen Strandurlaubern der einzige Wassersportler. Nach einer kurzen Session mit dem 4.0er Wing ging es weiter ins dieses Mal eher unwellige Cold Hawaii.
Der Nystrup Camping (nystrupcampingklitmoller.dk, 125 Dänische Kronen/Nacht) wurde für drei Tage eingeloggt und die Hoffnungen auf Pfingstmontag gesetzt.
Dieser Tag verlief dann zwar mit Wind und Sonne, aber auch mit nur maximal kniehohen Wellen, die sich erst am Abend in der Bucht vor dem Surfschulparkplatz aufbauten. Dort hat sich über den Winter eine neue Sandbank gebildet. Bei Niedrigwasser war es dort nur bauchnabeltief, der Bereich ist aber an der helleren Wasserfarbe gut erkennbar.
Auch am Rand vom weiter westlich liegenden Muschelriff kann man Dünungswellen abgreifen, das Riff selbst ist aber zu flach zum Wingen.
Am Dienstag kam endlich der heiß erwartete WNW-Wind in Hanstholm an. Vormittags Wingen, nachmittags Windsurfen - das war mein Plan. Bei einsetzendem Wind sind die Wellen hinter der Mole der Fischfabrik immer noch moderat, spätere rollen dann meist zu viele Weißwasserwalzen durch die Bucht und Wingen wird richtig herausfordernd.
Mittags stand der Spotwechsel nach Middles an, bis in die Dämmerung hinein ging es am weiter rechts liegenden Strand beim Windsurfen rund. Und gerade noch rechtzeitig vor der Nachtsperre rollte ich um 22:30 zurück auf den Campingplatz.
Am nächsten Morgen musste man früh sein, um noch stärkeren Wind für den 3.0er zu erwischen. Da wir an dem Abend nach dem Essen im Gemeinschaftsraum in geselliger Runde noch bis kurz vor zwei Uhr verweilten, kam ich dafür zu spät aus den Federn.
Aber auch später funktionierte es noch gut mit 850er Foil (F-One Sk8) und wie schon an den Tagen zuvor mit 4.0er Wing.
Dann stand die Abfahrt an - den gegen Abend zunehmend angesagten Wind konnte ich dieses Mal nicht mitnehmen. Trotzdem ein guter und fast schon sommerlicher Trip nach Dänemark, dem hoffentlich in diesem Jahr noch weitere gute folgen werden.
02.07.2026 © WING DAILY | Text: Jürgen Schall | Fotos/Grafiken: Jürgen Schall, Oliver Flöter | Translation: EN