Wingen auf Eis - mit Schlittschuhen und Wing auf den zugefrorenen See

Wingen auf Eis

Wenn das Wasser mal hart ist...

-2° Celsius, leichter Schneefall, mäßiger Wind aus südöstlicher Richtung – man hätte an diesem Tag auch wingfoilen können, aber ich hatte schon ein paar Jahre gewartet, um endlich mal mit einem Wing aufs Eis zu kommen. Die Einladung zur Ostsee-Session mit meinen Kollegen in Damp musste ich deshalb ausschlagen.

Schon über eine Woche lang lagen die Temperaturen unter 0 Grad, aber an den großen Seen rund um Kiel wollte sich einfach kein Eis bilden. Das war zuletzt im Februar 2021 der Fall, Wingen fiel bei mir aber damals mangels Schlittschuhen aus. Diese sind inzwischen am Start, haben bisher allerdings nur Indoor-Eisflächen zu Gesicht bekommen.

Reicht die Eisdicke aus? Auch die kleineren Gewässer machten in der zurückliegenden Woche noch keinen vertrauenserweckenden Eindruck, selbst an unserem Dorfteich war das Eis im Uferbereich augenscheinlich zu dünn.

An einem bei Eisläufern beliebten See im Norden von Kiel sind bei Spotchecks am Donnerstag und Samstag noch Schlittschuhläufer eingebrochen (in knietiefem Wasser). Diese Gelegenheiten hab ich deshalb ausgelassen, der Wind hätte gepasst. Aber zwei weitere kalte Tag mit zum Teil zweistelligen Minusgraden reichten aus, um dort 'safe' aufs Eis zu gehen.

Der Montagmorgen hatte einen weiteren Vorteil: anstatt wie noch am Wochenende 200, tummelten sich gerade mal ein Dutzend Leute mit Schlittschuhen auf dem Eis. Damit gab es reichlich Platz, um mit dem Wing über die Eisfläche zu düsen.

Hier seht ihr ein kurzes Video der Wingfoil-Session auf Eis

Der Wind wehte böig und reichte gerade so aus, um mit einem 5-Quadratmeter-Wing ins Fahren zu kommen. Eine kleine Herausforderung war das Aufpumpen auf dem Eis: Schon in den Schlittschuhen steckend, musste ich die Pumpe zwischen die Kufen klemmen. Einfach draufstellen, wie am Strand, funktioniert nicht – es sei denn, man ist Eislaufprinzessin.

Dann ging es los – Schlitterpremiere auf dem zugefrorenen See. Man kommt wegen des geringen Anfahrwiderstand gut los, wenn auch Natureis alles andere als glatt ist. Eher buckelpistenartig präpariert war die Eisbahn, aber damit kommt man schnell klar. Wenn man einmal in Fahrt ist, kann man lange gleiten und auch Manöver fahren, wie man sie vom Wingfoilen kennt.

Fazit: Mehr Wind und glattes Eis wären besser gewesen, war aber auch so ne spaßige Angelegenheit. Eine interessante Variante – an das Fahrgefühl beim Foilen kommt die Schlitterpartie auf Eis aber nicht heran.

Schlittschuhlaufen zu können ist von Vorteil, wer das beherrscht kann auch als Wing-Einsteiger auf dem Eis loslegen. Umgekehrt sieht es anders aus: selbst gute Winger ohne Kufenpraxis dürften es deutlich schwerer haben...

13.01.2026 © WING DAILY  |  Text: Jürgen Schall  |  Fotos/Grafiken: Jürgen Schall